Weitere Informationen, Unterrichtskonzepte und didaktische Materialien finden Sie im Social-Media-Pass des NLQ.
§
„Social“ Media - eine Einführung
Informationen für Lehrkräfte
Informationen für Lehrkräfte
Lehrkräftehandreichung zu diesem Modul herunterladen
Download
§
© Digitale Lernwelten GmbH
Kommerzielle Social Media Plattformen
§
© Digitale Lernwelten GmbH
Die ersten sozialen Netzwerke der 2000er-Jahre wollten vor allem eines: Menschen verbinden. Zwanzig Jahre später sind daraus die mächtigsten Medienkonzerne der Welt geworden.
Wie wurde aus einer Idee ein Milliardengeschäft? Und was hat das mit dir zu tun? Warum siehst du genau das, was du siehst? Wer verdient daran, dass du scrollst – und was passiert mit deinen Daten? Diesen Fragen gehen wir nach.
Die großen kommerziellen Plattformen - Ein kurzer Überblick
| Plattform | Funktionen | User pro Monat | Umsatz pro Jahr | Besitzer |
|---|
Die Plattformen und du
Nenne die drei Plattformen, die du am häufigsten nutzt.
Beschreibe in zwei Sätzen, wofür du deine Lieblingsplattform nutzt.
Nenne Plattformen, die du nicht nutzt, und begründe kurz, warum.
Vergleiche dich mit einer Mitschülerin oder einem Mitschüler: Nutzt ihr die gleichen Plattformen?
Lesetext: Die Plattformen im Überblick (vertiefend)
Lesetext: Die Plattformen im Überblick (vertiefend)
§
© Digitale Lernwelten GmbH, erstellt mit KI
§
© Digitale Lernwelten GmbH
Facebook wurde 2004 von Mark Zuckerberg gegründet und ist noch immer das größte soziale Netzwerk der Welt. Ursprünglich als Plattform für Studierende gedacht, wuchs es innerhalb weniger Jahre zu einem globalen Netzwerk mit Milliarden von Nutzerinnen und Nutzern. Heute gehört Facebook zum Konzern Meta und spielt vor allem für ältere Zielgruppen noch eine wichtige Rolle – bei Jugendlichen hat es dagegen stark an Bedeutung verloren. Trotzdem bleibt Facebook einflussreich: als Nachrichtenquelle, als Marktplatz und als Raum für Gruppen und Diskussionen. Gleichzeitig steht die Plattform immer wieder in der Kritik – etwa wegen ihres Umgangs mit persönlichen Daten, der Verbreitung von Falschinformationen oder der Frage, wie viel Macht ein einzelnes Unternehmen über die öffentliche Meinungsbildung haben sollte.
§
© Digitale Lernwelten GmbH
Instagram wurde 2010 als App zum Teilen von Fotos gestartet und gehört seit 2012 zum Meta-Konzern. Die Plattform setzt stark auf visuelle Inhalte: Bilder, kurze Videos (Reels) und Stories bestimmen den Alltag der Nutzerinnen und Nutzer. Besonders bei Jugendlichen ist Instagram eines der beliebtesten sozialen Netzwerke – es dient zur Selbstdarstellung, zur Unterhaltung und als Informationsquelle. Gleichzeitig prägt Instagram wie kaum eine andere Plattform, welche Körperbilder, Lebensstile und Schönheitsideale als erstrebenswert gelten. Das führt immer wieder zu Diskussionen darüber, welchen Einfluss die Plattform auf das Selbstwertgefühl junger Menschen hat – vor allem durch den ständigen Vergleich mit scheinbar perfekten Bildern.
§
© Digitale Lernwelten GmbH
WhatsApp ist der meistgenutzte Messenger-Dienst in Deutschland und gehört ebenfalls zum Meta-Konzern. Die App ermöglicht es, Textnachrichten, Sprachnachrichten, Bilder und Videos zu verschicken – sowohl an einzelne Personen als auch in Gruppen. Für viele Menschen ist WhatsApp das wichtigste Kommunikationsmittel im Alltag, ob in der Familie, im Freundeskreis oder in der Schule. Die Nachrichten sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt, was bedeutet, dass sie unterwegs nicht mitgelesen werden können. Kritik gibt es dennoch: WhatsApp sammelt sogenannte Metadaten – also Informationen darüber, wer wann mit wem schreibt – und teilt diese mit dem Mutterkonzern Meta. Die Frage, wie privat ein Gespräch auf WhatsApp wirklich ist, bleibt daher berechtigt.
YouTube
§
© Digitale Lernwelten GmbH
YouTube wurde 2005 gegründet und gehört seit 2006 zu Google. Die Plattform ist die weltweit größte Videoplattform und funktioniert für viele Jugendliche längst wie eine Mischung aus Fernsehen, Suchmaschine und Lernplattform. Ob Musikvideos, Tutorials, Nachrichten oder Let's Plays – das Angebot ist nahezu grenzenlos. Inhalte werden dabei nicht von einer Redaktion zusammengestellt, sondern von einem Algorithmus empfohlen, der auf das bisherige Nutzungsverhalten reagiert. Das sorgt einerseits dafür, dass man schnell findet, was einen interessiert. Andererseits kann es dazu führen, dass man in einer sogenannten Filterblase landet, in der man immer ähnlichere und manchmal auch immer extremere Inhalte angezeigt bekommt.
TikTok
§
© Digitale Lernwelten GmbH
TikTok ist eine Plattform für kurze Videos, die vom chinesischen Unternehmen ByteDance betrieben wird. Seit etwa 2019 hat sich TikTok rasant verbreitet und zählt heute zu den beliebtesten Apps bei Jugendlichen weltweit. Das Besondere: Der Algorithmus zeigt nicht vor allem Inhalte von Accounts, denen man folgt, sondern wählt Videos aus, die zum eigenen Nutzungsverhalten passen – dadurch können auch unbekannte Personen über Nacht millionenfach gesehen werden. TikTok ist unterhaltsam, kreativ und schnelllebig, steht aber auch in der Kritik. Diskutiert wird unter anderem über den Umgang mit den Daten der Nutzerinnen und Nutzer, über die mögliche Einflussnahme der chinesischen Regierung und darüber, ob die extrem kurzen Videoformate die Aufmerksamkeitsspanne verändern.
Snapchat
§
© Digitale Lernwelten GmbH
Snapchat wurde 2011 veröffentlicht und unterscheidet sich von anderen Plattformen durch ein zentrales Prinzip: Inhalte verschwinden nach kurzer Zeit wieder. Fotos und Videos, sogenannte Snaps, können an einzelne Personen oder als Story an alle Kontakte geschickt werden – und löschen sich nach dem Ansehen von selbst. Diese Flüchtigkeit war bei der Einführung ein völlig neues Konzept und machte die App besonders bei Jugendlichen beliebt. Allerdings erzeugt gerade das Verschwinden der Inhalte ein trügerisches Gefühl von Sicherheit: Screenshots sind jederzeit möglich, und wirklich gelöscht sind Daten im Internet selten. Snapchat zeigt damit anschaulich eine grundsätzliche Frage der digitalen Kommunikation: Wie viel Kontrolle hat man tatsächlich über das, was man einmal verschickt hat?
X (ehemals Twitter)
§
© Digitale Lernwelten GmbH
X (ehemals Twitter) ist eine Plattform für kurze öffentliche Beiträge und wurde 2006 gegründet. Seit der Übernahme durch Elon Musk im Jahr 2022 wurde der Dienst umbenannt und grundlegend verändert. Vor allem die Moderation von Inhalten wurde stark zurückgefahren – Hass und Falschinformationen nahmen zu. Viele Behörden, Universitäten und Medien haben die Plattform deshalb verlassen. X wird vor allem für Nachrichten, politische Debatten und die schnelle Verbreitung von Informationen genutzt. Journalistinnen und Journalisten, Politikerinnen und Politiker sowie Unternehmen nutzen die Plattform, um direkt mit der Öffentlichkeit zu kommunizieren. Gleichzeitig steht X für ein Problem, das viele soziale Netzwerke betrifft, hier aber besonders sichtbar wird: Die Grenze zwischen seriöser Information, persönlicher Meinung und gezielter Desinformation ist oft nur schwer zu erkennen.
Discord
§
© Digitale Lernwelten GmbH
Discord startete 2015 als Kommunikationsplattform für Gamerinnen und Gamer, hat sich aber längst weit darüber hinaus entwickelt. Die App bietet Text-, Sprach- und Videochats, die in sogenannten Servern organisiert sind – das sind eigene Bereiche, die von jedem erstellt und verwaltet werden können. Inzwischen nutzen auch Lerngruppen, Fangemeinden, Kreative und sogar Unternehmen Discord als Kommunikationswerkzeug. Die Plattform fühlt sich dadurch oft persönlicher und gemeinschaftlicher an als große soziale Netzwerke. Allerdings sind viele Server nicht öffentlich einsehbar, was die Kontrolle über problematische Inhalte erschwert. Gerade für jüngere Nutzerinnen und Nutzer kann es schwierig sein, einzuschätzen, in welchen Räumen sie sich bewegen und wer dort tatsächlich mitliest.
Aufgabe: Die großen Plattformen (vertiefend)
Aufgabe: Die großen Plattformen (vertiefend)
Die großen Plattformen
Beschreibe zwei Plattformen, die du gut kennst. Schreibe zu jeder, was du dort machst.
Vergleiche zwei Plattformen aus der Tabelle. Achte auf Nutzerzahl, Besitzer und Zielgruppe.
Erkläre an einem Beispiel aus deiner Klasse, warum verschiedene Plattformen für verschiedene Zwecke genutzt werden. Nenne zwei Gründe.
Dem Unternehmen Meta gehören drei große Plattformen: Facebook, Instagram und WhatsApp. Erkläre, welchen Vorteil Meta dadurch hat.
Die wollen deine Zeit! So viel wie möglich!
§
zum Video
1. Gib in ein bis zwei Sätzen wieder, worum es im Video geht.
2. Notiere zwei Tricks, mit denen Social-Media-Konzerne die Nutzerinnen und Nutzer lange am Bildschirm halten. (AFB I)
3. Erläutere mit den Worten von Prof. Montag, was Social Media im Gehirn auslöst.
4. Arbeite heraus, wodurch die Nutzung von Social Media weniger freiwillig wird, als sie zunächst wirkt. Nutze dafür das Nutzungsverhalten der Bloggerin und die Erklärung von Prof. Montag.
Lese- und Hörtext: Die Tricks der Plattformen
Lese- und Hörtext: Die Tricks der Plattformen
§
© Digitale Lernwelten GmbH, erstellt mit KI
Kommerzielle Social-Media-Unternehmen wollen, dass du möglichst viel Zeit in ihrer App verbringst. Dafür nutzen sie verschiedene Tricks.
Technische Tricks: endloses Scrollen, Push-Nachrichten, Autoplay, rote Zähler, zufällige Likes. Sie holen dich mit kleinen Belohnungen immer wieder zurück.
Empfehlungsalgorithmen: Die Plattform misst in Echtzeit, worauf du reagierst – welches Video du zu Ende schaust, wo du anhältst, was du kommentierst. Aus diesen Signalen lernt das System, was dich am längsten hält, und spielt dir mehr davon aus.
Gefühle: Inhalte, die Überraschung, Empörung, Neid oder Angst auslösen, werden bevorzugt gezeigt – sie binden Aufmerksamkeit am sichersten.
Soziale Mechanismen: Wiedererkennung, Zugehörigkeit und direkte Aufforderungen sprechen dich an.
All das sorgt dafür, dass du länger bleibst – und genau darum geht es.
Warum könnten diese Beiträge deine Verweildauer erhöhen?
Material für Lehrkräfte
Warum TikTok Jugendliche fesselt – Ein Blick hinter die Mechanismen
Material für Lehrkräfte
Warum TikTok Jugendliche fesselt – Ein Blick hinter die Mechanismen
In einer vorläufigen Feststellung erklärt die Europäische Kommission: "TikToks suchterzeugende Gestaltung verstößt gegen das Gesetz über digitale Dienste"
TikTok und andere Social-Media-Plattformen sind so gestaltet, dass sie das Belohnungssystem im Gehirn Jugendlicher gezielt ansprechen. Die Beispiel-Posts weiter unten zeigen, wie verschiedene psychologische Mechanismen ineinandergreifen und es Jugendlichen schwer machen, dem Sog der App zu widerstehen.
Emotionen als Türöffner
Die Beispiel-Posts haben eines gemeinsam: sie lösen unmittelbar Emotionen aus. Lachen beim "POV: Deine Mutter ruft dich beim vollen Namen", Neugier beim Drama-Storytime mit Cliffhanger, das warme Gefühl von Zugehörigkeit beim Nostalgie-Quiz. Diese emotionalen Reaktionen sind nicht zufällig – der Algorithmus bevorzugt Inhalte, die starke Gefühle hervorrufen, weil Menschen dann länger auf der Plattform bleiben. Jugendliche in der Pubertät reagieren besonders sensibel auf emotionale Reize, was TikTok systematisch nutzt.
Wiedererkennung und Identität
Posts wie "POV: Deine Mutter ruft dich beim vollen Namen" oder "Choose your fighter: Welcher Typ bist du?" funktionieren, weil Jugendliche sich darin wiederfinden. Sie denken: "Das bin ich! Genau so geht es mir!" Diese Wiedererkennung gibt ihnen das Gefühl, verstanden zu werden – ein zentrales Bedürfnis in der Entwicklungsphase zwischen 12 und 16 Jahren. Gleichzeitig helfen solche Inhalte bei der Identitätsfindung: Bin ich "der Chaot" oder "die stille Beobachterin"? Die Plattform bietet scheinbar Orientierung und bindet die Jugendlichen dadurch.
Einfachheit und Geschwindigkeit
TikTok-Videos sind in Sekunden zu erfassen. Keine langen Texte, keine komplexen Zusammenhänge – nur schnelle, leicht verdauliche Häppchen. Die "3 Tricks, die in der Schule NIEMAND kennt" versprechen einfache Lösungen ohne Anstrengung. Diese Einfachheit senkt die Hemmschwelle: Ein Video nach dem anderen zu schauen, kostet keine Mühe. Der ständige Wechsel hält die Aufmerksamkeit hoch, gleichzeitig gewöhnen sich Jugendliche an diese Form der Informationsaufnahme – was längere, anspruchsvollere Inhalte (wie klassisches Unterrichtsmaterial) zunehmend anstrengend erscheinen lässt.
Interaktion und soziale Bindung
Die Aufforderung "Kommentiere deine Nummer!", "Tag' deine Freunde!" oder "Warte auf Teil 2 morgen!" schafft Interaktion und soziale Verpflichtung. Jugendliche wollen mitreden können, wenn ihre Freunde über die Dance-Challenge sprechen. Sie wollen Teil der Community sein. Der Cliffhanger beim Drama-Storytime sorgt dafür, dass sie am nächsten Tag wiederkommen müssen. Diese Mechanismen erzeugen eine Art sozialen Druck: Wer nicht dabei ist, verpasst etwas.
Dopamin-Kicks im Sekundentakt
Jedes Like, jeder Kommentar auf ein eigenes Video, jedes lustige Video, das den eigenen Humor trifft, löst eine kleine Dopamin-Ausschüttung aus. Dopamin ist der Botenstoff, der uns sagt: "Das war gut, mach weiter!" TikTok liefert diese Belohnungen im Sekundentakt – viel schneller als die meisten anderen Aktivitäten im Leben eines Jugendlichen. Das Gehirn lernt: TikTok = schnelle Belohnung. Diese Konditionierung macht es so schwer, das Smartphone wegzulegen.
Wie gehen wir damit um?
Jugendliche sind nicht willensschwach oder dumm, wenn sie stundenlang scrollen. Sie reagieren auf eine Plattform, die von Tausenden Entwicklern und Psychologen so optimiert wurde, dass sie maximal fesselnd wirkt. Wenn Jugendliche – und Erwachsene – diese Mechanismen verstehen, kann das (eigene) Verhalten besser eingeordnet werden. So wird auch eine bewusste Entscheidung über die Nutzung von Social Media möglich.
Lesetext: Mechanismen, die zu längerer Verweildauer führen (vertiefend)
Lesetext: Mechanismen, die zu längerer Verweildauer führen (vertiefend)
§
© Digitale Lernwelten GmbH, erstellt mit KI
Warum aus „nur kurz" so schnell eine Stunde wird
Hast du dich schon mal gefragt, warum du „nur kurz" auf TikTok, Instagram oder YouTube schauen wolltest – und plötzlich eine Stunde vergangen ist? Viele Content-Ersteller nutzen psychologische Tricks, damit ihre Inhalte möglichst viele Menschen erreichen. Und oft werden genau diese Inhalte dann auch noch von der Plattform selbst technisch unterstützt – etwa, indem der Algorithmus sie besonders häufig anzeigt.
Wiedererkennung: „Das ist ja wie bei mir!" Viele Videos zeigen Situationen, die sich anfühlen, als wären sie direkt aus deinem Leben gegriffen. Das „OMG, genau so ist das bei mir auch!"-Gefühl entsteht nicht von allein: Der Algorithmus zeigt dir gezielt Inhalte, die zu deinem Alter, deinen Interessen und deinem Verhalten passen. Oft wirken Beiträge so, als würden sie sich persönlich an dich richten – als wäre genau dieser Tipp genau für dich gemacht. Dass Menschen sich in Geschichten wiedererkennen, ist an sich nichts Schlechtes. Problematisch wird es, wenn ein System gezielt die Inhalte auswählt, die dich am stärksten binden – egal ob sie dir guttun.
Zugehörigkeit: „Alle machen das!" Ob ein viraler Tanz, ein Trend-Sound oder ein Meme, das gerade alle teilen – Social Media erzeugt ständig das Gefühl, dass du mitmachen musst, um nicht außen vor zu sein. Beiträge wie „Welcher Typ bist du?" laden dich ein, dich einzuordnen und mit anderen zu vergleichen. Das bedient ein grundlegendes menschliches Bedürfnis: den Wunsch, dazuzugehören. Die Plattformen wissen das – und nutzen es gezielt, damit du nicht nur zuschaust, sondern selbst postest, kommentierst und teilst.
Spannung: „Ich muss wissen, wie es weitergeht!" Manche Videos bringen dich zum Lachen, andere machen dich neugierig – etwa durch einen Cliffhanger, der genau an der spannendsten Stelle abbricht. Wieder andere versprechen eine einfache Lösung für ein Problem oder zeigen etwas so Cooles, dass du es selbst ausprobieren willst. All diese Inhalte haben eines gemeinsam: Sie lösen starke Gefühle aus – Neugier, Überraschung, Begeisterung. Und starke Gefühle sorgen dafür, dass du weiterschaust, statt die App zu schließen.
Aufforderung: „Folge mir für weitere Teile!" Das vielleicht wirksamste Muster ist die direkte Aufforderung, selbst aktiv zu werden. Ein Video endet mit einem Cliffhanger und dem Hinweis: „Folge mir für Teil 2!" – also drückst du auf Folgen. Ab diesem Moment schickt dir die App Benachrichtigungen und holt dich zurück, auch wenn du gerade etwas ganz anderes machen wolltest. Dasselbe passiert, wenn dich ein Video zum Kommentieren einlädt oder du anfängst, die Kommentare anderer zu lesen. Jede dieser kleinen Handlungen verlängert deine Verweildauer – und genau das ist das Ziel.
Die vier Muster wirken selten allein – ihre Kraft entsteht, weil sie ineinandergreifen.
In der Praxis läuft das so: Etwas Vertrautes weckt durch Wiedererkennung dein Interesse. Sofort baut das Video Spannung auf – eine Frage, ein offenes Ende – und du bleibst dran. Das Gefühl von Zugehörigkeit bringt dich zum Mitmachen, weil alle über diesen Clip reden. Und die Aufforderung („Folge für mehr") holt dich immer wieder zurück.
So werden aus einer Minute zehn und aus zehn Minuten eine Stunde – nicht weil du willensschwach bist, sondern weil die Muster genau dafür gebaut wurden.
Dieses Wissen macht dich nicht immun gegen den Sog der App. Aber es macht einen Unterschied: Wer die Muster durchschaut, erkennt sie im Moment, in dem sie wirken – und kann leichter entscheiden, wann es Zeit ist, das Handy zur Seite zu legen.
Gruppenarbeit „Die Tricks von Social Media" (vertiefend)
Gruppenarbeit „Die Tricks von Social Media" (vertiefend)
Poster: Die Tricks von Social Media (vertiefend)
Schritt 1 (10 Min.) – Tricks sammeln
- Sucht einen Post von TikTok, Instagram oder YouTube.
- Notiert, welcher Trick dahintersteckt (Wiedererkennung, Zugehörigkeit, Spannung, Aufforderung).
- Schreibt in einem Satz, warum dieser Post fesselt.
Schritt 2 (30 Min.) – Plakat erstellen
- Klebt oder zeichnet drei bis vier Beispiel-Posts auf ein Blatt.
- Schreibt neben jeden Post den Trick und eine kurze Erklärung.
Schritt 3 (5 Min.) – Präsentation
- Stellt euer Plakat der Klasse vor (max. 3 Minuten). Erklärt, welche Tricks ihr entdeckt habt.
Hinweis: Nutzt Screenshots ohne Namen und Gesichter.
Dokumentation und Aufgabe: So abhängig machen uns Likes (vertiefend)
Dokumentation und Aufgabe: So abhängig machen uns Likes (vertiefend)
§
Social-Media-Abhängigkeit (vertiefend)
Teil 1 (00:00–17:54) – Klinik und Alltag
- Beschreibe Lauras Zustand bei ihrer Ankunft in Can Ros in drei bis vier Sätzen.
- Vergleiche Lauras Selbsteinschätzung („Ich bleibe nicht länger als vier Wochen") mit der Sicht der Therapeutinnen und Therapeuten.
- Beurteile, wessen Einschätzung realistischer ist.
- Analysiere die Szene, in der Lehrkräfte zugeben, selbst keine guten Vorbilder zu sein.
- Erkläre ihre Bedeutung für die Gesamtaussage der Doku.
Teil 2 (17:54–33:14) – Wie Sucht im Gehirn entsteht
- Erläutere das Ratten-Experiment in eigenen Worten und übertrage den Mechanismus auf eine konkrete Situation aus deinem Alltag.
- Deute die Reaktion des Jungen auf die 30-Stunden-Grenze („Schaffe ich safe"). Was verrät sie über sein Problembewusstsein?
- Nimm Stellung: Laut der Dokumentation werden Jugendliche drei- bis viermal leichter süchtig als Erwachsene. Welche Konsequenzen sollten daraus folgen?
Teil 3 (33:14–45:00) – Selbstwertgefühl und Identität
- Fasse in einem Satz zusammen, was die Doku als eigentliche Ursache von Lauras Sucht benennt.
- Erörtere in drei bis vier Sätzen, wer die Hauptverantwortung trägt: Nutzerinnen und Nutzer, Eltern, Plattformen oder Politik. Begründe mit einem Beispiel aus der Doku.
Abschluss: Stellungnahme
- Verfasse einen argumentativen Text (100–150 Wörter) zur Frage: Ist der Begriff „Droge Social Media" treffend oder eine Dramatisierung?
Deine Daten - Grundlage für das Geschäft der Plattformen
§
© Digitale Lernwelten GmbH
Lese- und Hörtext: Deine Daten
Lese- und Hörtext: Deine Daten
§
© Digitale Lernwelten GmbH, erstellt mit KI
Wenn eine App kostenlos ist, bist in der Regel du das Produkt. Social-Media-Plattformen verdienen ihr Geld nicht damit, dass du sie benutzt, sondern damit, was sie währenddessen über dich erfahren. Jeder Wisch, jeder Like, jede Sekunde, die du bei einem Video hängen bleibst, wird gemessen. Auch dein Standort, deine Uhrzeit-Gewohnheiten und deine Kontakte werden ausgewertet.
Aus Millionen solcher Signale entsteht ein digitales Profil von dir – oft genauer, als du dich selbst beschreiben würdest. Dieses Profil ist das eigentliche Produkt der Plattformen: Sie nutzen es, um Werbung möglichst präzise zuzuspielen. Ein Unternehmen kann zum Beispiel buchen: „Zeige diese Anzeige 15-jährigen Mädchen in Bayern, die sich für Laufen interessieren."
Was du über dich preisgibst – bewusst oder unbewusst – bestimmt also, welche Werbung du siehst, welche Inhalte dir empfohlen werden und was Plattformen über dich wissen, lange nachdem du die App geschlossen hast.
Hinweis für Lehrkräfte
Social-Media-Pass
Hinweis für Lehrkräfte
Social-Media-Pass
Weitere Erklärungen und Unterrichtsmaterialien zur Funktionsweise von Social Media finden Sie auch in der Modulsammlung Social-Media-Pass des NLQ.
Die Apps und deine Daten
Wenn du morgens deine Gesundheits-App öffnest, um zu schauen, wie gut du geschlafen hast, dann ist das der Inhalt. Aber drumherum entstehen viele weitere Informationen: Wann du die App geöffnet hast, wie lange du sie genutzt hast, welches Gerät du benutzt und wo du dich befindest.
Diese Informationen drumherum nennt man Metadaten.
Wie wird nun aus Aufmerksamkeit und Daten sehr viel Geld?
§
© Digitale Lernwelten GmbH
§
© Digitale Lernwelten GmbH
§
© Digitale Lernwelten GmbH
§
© Digitale Lernwelten GmbH
§
© Digitale Lernwelten GmbH
Plattformen verkaufen Werbe-Zielgruppen. Je genauer eine Zielgruppe definiert ist, desto teurer die Werbung. Deshalb sind deine Daten wertvoll: Jeder Like, jede Sekunde an einem Video hilft, dich besser einzuschätzen. Aus Millionen solcher Signale entsteht ein Profil, mit dem Werbung gezielt bei dir wirkt. Und je länger du bleibst, desto mehr Daten entstehen für ein noch genaueres Profil. Bezahlt wird von den werbenden Unternehmen. Aber das Produkt, das verkauft wird, bist du.
Das Geschäftsmodell
Im Text steht: „Bezahlt wird von den werbenden Unternehmen. Aber das Produkt, das verkauft wird, bist du."
Erkläre diesen Satz in eigenen Worten. Gehe auf drei Schritte ein:
- Wie entstehen aus deiner Aufmerksamkeit Daten?
- Wie wird aus vielen Daten ein Profil?
- Warum ist dieses Profil für Werbung wertvoll?
Aufgabe „Das Geschäftsmodell“ (vertiefend)
Aufgabe „Das Geschäftsmodell“ (vertiefend)
Das Geschäftsmodell
Denke dir ein Produkt für Jugendliche aus. Schreibe eine „Zielgruppenbestellung" mit fünf Merkmalen (z. B. Alter, Wohnort, Interessen).
Influencer-Marketing (vertiefend)
Influencer-Marketing (vertiefend)
§
© Digitale Lernwelten GmbH, erstellt mit KI
Influencerinnen und Influencern folgen viele Menschen auf Social Media. Unternehmen bezahlen sie dafür, Produkte in ihren Videos oder Posts zu zeigen.
Das wirkt oft besser als klassische Werbung – denn Follower vertrauen ihren Stars mehr als einer Anzeige.
Häufig ist die Werbung versteckt: eine Trinkflasche, die zufällig im Bild steht. Ein Outfit, das „einfach so" gezeigt wird. In Wahrheit wurde dafür bezahlt.
In Deutschland muss bezahlte Werbung gekennzeichnet sein – etwa mit „Werbung" oder „Anzeige". Trotzdem ist nicht immer leicht zu erkennen, was echt ist und was nicht.
Deine Aufgabe: Finde in den Beispielen heraus, wo Werbung versteckt ist – und woran du sie erkennst.
Alternativen: nicht-kommerzielle Plattformen
Es gibt eine wachsende Zahl von Plattformen, die ohne Werbung, ohne Datensammlung und ohne Konzern im Hintergrund auskommen. Statt von einem Unternehmen gesteuert zu werden, laufen sie oft dezentral – das heißt: auf vielen unabhängigen Servern, die von Vereinen, Hochschulen oder Freiwilligen betrieben werden. Beispiele sind Mastodon (ähnlich wie X/Twitter), Pixelfed (ähnlich wie Instagram), PeerTube (ähnlich wie YouTube) oder der Messenger Signal.
Der Unterschied ist spürbar: Die Feeds sind meist chronologisch sortiert statt algorithmisch optimiert, es gibt keine Werbung, und deine Daten werden nicht ausgewertet, um dich länger zu halten. Dafür gibt es auch weniger Reichweite, weniger Influencerinnen und Influencer und oft weniger Freundinnen und Freunde, die schon dort sind.
§
Digitale Unabhängigkeit
Der Autor Marc-Uwe Kling (bekannt durch die „Känguru-Chroniken") hat gemeinsam mit Linus Neumann vom CCC und vielen anderen den Digital Independence Day (digitaler Unabhängigkeitstag) ausgerufen: An jedem ersten Sonntag im Monat soll jeder einen Dienst eines kommerziellen Konzerns – zum Beispiel WhatsApp, Instagram, YouTube oder X – durch eine unabhängige Alternative ersetzen und anschließend mit dem Hashtag #DIDit darüber sprechen. Die Idee: Wenn viele Menschen gleichzeitig wechseln, verlieren die großen Plattformen ihre Macht, weil ihr wichtigster Vorteil – dass „alle schon dort sind" – wegbricht.
Nenne einen Dienst, den du für einen Tag tauschen würdest, und eine Alternative dafür (z. B. Signal, Mastodon, PeerTube).
Beschreibe, was an diesem Wechsel leicht und was schwer wäre. Denke an Freunde, Gewohnheiten und Lieblingsinhalte.
Nenne zwei Gründe, warum sich so ein Tag lohnen könnte – auch wenn nicht alle mitmachen.
Erläutere den Zusammenhang zwischen der Zahl der Mitmachenden und der Macht der großen Plattformen. Nutze dafür die Aussage aus dem Text, der wichtigste Vorteil der Konzerne sei, dass „alle schon dort sind".