Auf TikTok reden viele Leute über Politik. Manche haben Millionen Follower, manche klingen, als wüssten sie alles. Das Problem: Du siehst häufig nicht sofort, wer was will. Alles passiert gleichzeitig. Politik neben Katzenvideos, politische Meinung neben Tanztrends, Falschinformationen neben echten News. Manche Accounts wollen radikale Ansichten mit coolen Videos attraktiv machen.
In diesem Modul lernst du, welche Typen auf TikTok unterwegs sind, wie Politik dort funktioniert – und wie du selbst einen verantwortungsvollen politischen Beitrag planst.
Wer postet politische Inhalte? Lerne vier Typen kennen!
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Natürlich sind diese vier Typen nicht immer trennscharf: Ein Account kann manchmal Merkmale von mehreren Typen zeigen.
Sieh dir die Videos an. Klicke auf die Karte, die am besten passt.
TikTok-Typen erkennen
Ziehe die passende Karte auf das Video
Diese Videos wurden mit KI generiert.
Diese Videos wurden mit KI generiert.
Geschafft!
Du hast alle TikTok-Typen richtig erkannt.
Wie wollen die mich beeinflussen?
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Im Folgenden analysierst du einige Methoden, die dich beeinflussen sollen. Sieh dir die exemplarischen Videos an und schiebe dann die Regler in eine für dich sinnvolle Position.
Hinweis: Die Videos wurden mit KI erzeugt, da TikTok-Embeds an Schulen häufig nicht funktionieren.
zum "Manipulationsanalysator"
Die Übung sensibilisiert dafür, mit welchen Mitteln politisch motivierte Influencerinnen und Influencer Stimmung machen. Im anschließenden Gespräch sollte es weniger um „richtig erkannt / falsch erkannt" gehen, sondern darum, die Mechanismen zu verstehen und auf den eigenen Feed zu übertragen.
Phase 1 – Die Übung auswerten
Welche Methoden waren leicht zu erkennen, welche schwer? Woran lag das?
Gab es Beispiele, bei denen ihr euch in der Gruppe uneinig wart? Worüber genau?
Welche der Methoden begegnet dir selbst am häufigsten in deinen Feeds?
Phase 2 – Das Thema vertiefen
Warum funktionieren Gefühle wie Wut oder Angst besser als sachliche Argumente? Wer hat etwas davon, wenn du dich aufregst?
Eine Influencerin oder ein Influener kann recht haben und trotzdem manipulieren. Wie passt das zusammen? (Trennung von Inhalt und Methode)
Manipulation ist nicht dasselbe wie eine Lüge. Wo verläuft für dich die Grenze zwischen „überzeugen" und „manipulieren"?
Manche Inhalte sind anonym oder ohne Quelle. Wann ist das ein Warnsignal – und wann kann es einen guten Grund haben (z. B. Schutz vor Verfolgung)?
Phase 3 – Auf den eigenen Alltag übertragen
Was kannst du tun, wenn dich ein Video stark emotional packt – bevor du likest, teilst oder kommentierst?
Wie kannst du prüfen, ob an einer Behauptung etwas dran ist?
Verändert diese Übung, wie du in Zukunft auf politische Videos schaust? Inwiefern?
Didaktischer Hinweis: Es ist wichtig, dass die Merkmale nicht als starre „Manipulations-Checkliste" missverstanden werden. Besonders das Merkmal fehlende Quelle / Anonymität sollte differenziert besprochen werden: Es kann ein Warnsignal sein, ist aber – etwa bei Aktivistinnen und Aktivisten in Diktaturen (siehe Modul „Zivilgesellschaft auf TikTok") – oft notwendiger Schutz. Ziel ist eine kritische, aber nicht misstrauische Grundhaltung: Die Schülerinnen und Schüler sollen lernen, innezuhalten und zu prüfen, statt allem pauschal zu misstrauen.
Manipulations-Analysator
Manipulationswarnung
0%
Diese Videos wurden mit KI generiert.
🎉 Geschafft!
Du hast alle Videos analysiert und weißt jetzt, welche Manipulations-Methoden auf TikTok eingesetzt werden.
Manche Beiträge wollen erklären, andere überzeugen, Stimmen gewinnen oder provozieren.
Schritt 1 (10 Min.) – Beitrag auswählen
Arbeitet in Gruppen (2–3 Personen) und sucht selbständig einen politischen Post (TikTok, Instagram, YouTube-Shorts).
Schritt 2 (25 Min.) – Beitrag untersuchen
Ordnet euren Beitrag einer Rolle zu:
Erklärer – will informieren
Aktivist / Influencer – will überzeugen
Politiker / Partei – will Stimmen gewinnen
Troll – will provozieren
Notiert: Welche Rolle passt? Woran erkennt ihr das (zwei Hinweise)? Was will die Person erreichen?
Schritt 3 (10 Min.) – Mini-Poster
Zeichnet oder klebt den Post auf ein Blatt. Schreibt die Rolle und eine kurze Erklärung (3–4 Sätze) daneben.
Schritt 4 (5 Min.) – Vorstellen
Stellt euer Poster kurz vor (2–3 Minuten).
Politische Falschinformationen auf TikTok
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Aufgabe
Im Video kommt Celine vor. Beschreibe, was sie gemacht hat – und warum sie es später bereut.
Julius hat selbst ein politisches Fake-Video gedreht. Erkläre, welchen Grund er dafür nennt und was das mit TikTok zu tun hat.
Im Video taucht ein Fake-Account namens „Der Bundestag" auf. Beurteile, welche Folgen solche gefälschten Accounts haben können.
Rechtsextreme Inhalte auf TikTok
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Der TikTok-Algorithmus zeigt Videos öfter, wenn sie starke Gefühle auslösen – vor allem Wut.
Davon profitieren Inhalte, die zuspitzen und Menschen in „Wir gegen die anderen" einteilen. Genau das nutzen rechtsextreme Gruppen gezielt aus.
Das nächste Video zeigt solche Inhalte: rassistisch, diskriminierend und manipulativ. Wichtig zu wissen, bevor du es anschaust: Diese Aussagen sind menschenverachtend und nicht akzeptabel. Schaut das Video bewusst und kritisch an, um die verwendeten manipulativen Mittel zu durchschauen.
Das Video zeigt einen echten TikTok-Feed. Er entstand in dieser Form allein durchs Swipen – und zwar innerhalb weniger Minuten. Das zeigt, wie schnell der Algorithmus radikale und rassistische Inhalte anzeigt.
Rechtsextreme nutzen bewusst Zahlen, Farben und Datumsangaben, die für Außenstehende harmlos wirken, in der Szene aber eine feste Bedeutung haben. Diese Codes ermöglichen es, verbotene oder geächtete Bekenntnisse zu verschleiern und trotzdem für Eingeweihte erkennbar zu machen.
Die im Video vorkommenden Codes:
18 – steht für den 1. und 8. Buchstaben des Alphabets (A und H), die Initialen von Adolf Hitler.
88 – steht für den 8. Buchstaben (H), doppelt, als Kürzel für „Heil Hitler".
Farbe Braun – Anspielung auf den Nationalsozialismus, der sich selbst als „braune Bewegung" bezeichnete (nach der Farbe der SA-Uniformen).
20. April – Geburtstag Adolf Hitlers; wird in der Szene als verstecktes Bekenntnis genutzt, etwa in Datumsangaben oder scheinbar beiläufigen „Geburtstagsgrüßen".
Hinweis zur Vermittlung: Der Lernzweck ist nicht, dass Schülerinnen und Schüler die Codes auswendig lernen, sondern dass sie das Prinzip verstehen: Rechtsextreme verstecken Botschaften hinter harmlos wirkenden Zeichen. Wer das Prinzip kennt, wird misstrauisch gegenüber Auffälligkeiten – auch bei Codes, die hier nicht aufgeführt sind.
Mögliche Lösung zur Aufgabe für Lehrkräfte
Schritt 1 – Entpacken:
Sounds: Bekannte, oft fröhliche oder treibende Musik, aktuelle TikTok-Trend-Sounds. Wirkung: Das Video wirkt vertraut und harmlos, die Musik erzeugt gute Stimmung und lenkt vom Inhalt ab.
Ästhetik: Schnitte, kräftige Farben, schnelles Tempo, teils KI-generierte Bilder. Wirkt „cool" und harmlos wie normale TikTok-Unterhaltungsvideos – nicht wie politische Propaganda.
Wiederholung: Ähnliche Feindbilder, wiederkehrende Aussagen und Bildmotive tauchen über mehrere Videos hinweg auf. Dadurch prägt sich die Botschaft ein, auch ohne dass man sie bewusst wahrnimmt.
Schritt 2 – Aufdecken:
Abgewertet werden Menschen mit Migrationsgeschichte bzw. bestimmte Gruppen, die als „die anderen" oder „Feinde" dargestellt werden. Erzeugt werden sollen Wut (auf diese Gruppen), Angst (Bedrohungsgefühl) und ein Wir-gegen-die-Gefühl, das Zusammenhalt in der eigenen Gruppe stiftet und Ausgrenzung rechtfertigt.
Schritt 3 – Entschlüsseln:
Die Schülerinnen und Schüler sollen erkennen, dass im Video versteckte Zeichen vorkommen (z. B. auffällige Zahlen, Datumsangaben oder Farbanspielungen), und die Stellen benennen können. Die konkrete Bedeutung führt die Lehrkraft im Gespräch ein (siehe separates Hintergrundmaterial oben). Zentrales Lernziel: Die Zeichen sehen harmlos aus, haben aber eine rassistische und radikale Bedeutung für Eingeweihte.
Schritt 4 – Durchschauen:
Erwartete Kernpunkte:
Offene Hetze wäre strafbar oder würde gelöscht oder gemeldet → Verstecken umgeht Regeln und Sperren.
Versteckte Zeichen wirken wie ein „Erkennungszeichen" für Gleichgesinnte und schaffen ein Zugehörigkeitsgefühl.
Wer den Code nicht kennt, hält das Video für harmlos → die Botschaft erreicht so auch Unbeteiligte und wirkt „normaler", als sie ist.
Schritt 5 – Handeln:
Erwartungshorizont für eine gute Antwort: klare Ablehnung ohne Beschimpfung, mit Begründung aus den vorherigen Schritten. Beispiel:
„Das ist kein harmloses Video – da stecken rassistische Aussagen und versteckte rechtsextreme Zeichen drin. Die coole Musik soll nur davon ablenken. Ich finde sowas nicht witzig und teile das nicht."
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Den rechtsextremen Feed durchschauen
Schritt 1: Entpacken – die Verpackung
Gehe den Feed durch und notiere zu jedem Punkt Stichpunkte:
Sounds: Welche Musik oder Tonspuren tauchen auf? Was lösen sie aus?
Ästhetik: Wie sehen die Videos aus (Farben, Schnitt, Bildsprache)? Was wirkt „professionell" oder „cool"?
Wiederholung: Welche Aussagen oder Bilder kommen in mehreren Videos vor?
Schritt 2: Aufdecken – die Botschaft
Unter der Verpackung stecken klare Aussagen.
Erkläre, wer im Video abgewertet oder als „Feind" dargestellt wird – und welches Gefühl das auslösen soll (z. B. Wut, Angst, Wir-gegen-die).
Rechtsextreme nutzen Zahlen und Symbole, die harmlos aussehen, aber eine feste Bedeutung haben. Deine Lehrkraft gibt dir dazu einen kurzen Überblick.
Suche anschließend im Video nach solchen Zeichen. Notiere, was du findet.
Schritt 4: Durchschauen – der Trick
Überlegt gemeinsam: Warum verstecken die Macherinnen und Macher ihre Botschaft hinter Symbolen, statt sie offen zu sagen?
Schritt 5: Handeln
Ein Freund schickt dir so ein Video: „lol, schau mal."
Schreibe eine Antwort (2–3 Sätze) – ohne Streit, aber so, dass klar wird: Du lehnst die Botschaft ab, und warum. Nutze dabei, was du in Schritt 1–4 herausgefunden hast.
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Aufgabe "Verschwörungserzählung" (vertiefend)
Wie eine Verschwörungserzählung transportiert wird
Eine Verschwörungserzählung ist eine Geschichte, die behauptet, dass geheime Gruppen im Hintergrund die Kontrolle haben und wichtige Ereignisse absichtlich planen – meist um andere Menschen zu täuschen oder zu schaden. Diese Behauptungen basieren aber nicht auf echten Beweisen, sondern oft auf Vermutungen, Halbwahrheiten oder erfundenen "Fakten".
In der Mitte des Videos wird behauptet, schon ein harmloser Nieser in der Öffentlichkeit könne zur Verhaftung führen. Dazu werden KI-generierte Bilder gezeigt. Solche Erzählungen wollen Angst erzeugen und das Vertrauen in den Staat untergraben.
Beobachten: Beschreibe in eigenen Worten, was in diesem Teil des Videos behauptet wird und welche Bilder dazu gezeigt werden.
Prüfen: Die Bilder sind mit KI erstellt. Woran kann man das erkennen?
Durchschauen: Erkläre, welches Gefühl mit der völlig falschen Behauptung erzeugt werden soll – und wem es nützt, wenn Menschen Angst vor dem Staat bekommen.
Gegen-Check: Wie kannst du herausfinden, ob an so einer Behauptung etwas dran ist? Nenne zwei Möglichkeiten, eine solche Aussage zu überprüfen.
Beurteilen: „Das ist doch nur ein übertriebener Witz." Nimm Stellung: Warum können solche übertriebenen Behauptungen trotzdem gefährlich sein?
Verantwortungsvoll auf TikTok sein
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Du willst selbst etwas Politisches posten oder teilen?
Mit dieser Checkliste findest du heraus, ob dein Beitrag fair, sicher und durchdacht ist.
Checklisten – Bevor ich teile, kommentiere, poste
Stimmt das überhaupt?Habe ich gecheckt, ob die Info wirklich stimmt – oder teile ich nur, weil es sich gut anfühlt?
Woher kommt das?Weiß ich, wer dahintersteckt – oder ist es anonym und dubios?
Warum will ich das teilen?Weil es wichtig ist – oder weil es mich wütend/ängstlich macht?
Würde ich das auch so sagen?Direkt ins Gesicht, vor meiner Klasse, vor meinen Eltern?
Hilft mein Kommentar?Oder heize ich nur Streit an?
Bleibe ich fair?Auch wenn ich anderer Meinung bin – keine Beleidigungen, kein Hass?
Ist das wahr?Kann ich das belegen – oder behaupte ich einfach etwas?
Ist das fair?Stelle ich Menschen oder Gruppen unfair dar?
Zeige ich, wer ich bin?Oder verstecke ich mich, um Mist zu bauen?
Kurz wartenNicht sofort reagieren – erstmal durchatmen.
Jemanden fragenEine Freundin oder einen Freund, Eltern, Lehrkraft – zweite Meinung holen.
Im Zweifel: Nicht postenWas einmal online ist, bleibt online.
Jetzt planst du selbst einen politischen Beitrag – so wie er auf TikTok aussehen könnte. Beantworte die Schritte der Reihe nach. Am Ende siehst du deinen Post und bekommst eine kurze Einschätzung dazu.
Wähle ein Thema, das dich betrifft – oder schreib dein eigenes rein.
Beschreibe kurz den Fakt oder Anlass – ohne deine Meinung. Was ist wirklich passiert oder beschlossen worden?
Jetzt kommt deine Meinung. Ein klarer Satz: "Ich finde, dass …"
Nenne deine Quelle und wähle aus, was für eine Art von Quelle es ist.
Wie zugespitzt ist deine Sprache? Starke Wörter und Übertreibungen wirken emotional – und emotionale Beiträge bekommen auf TikTok oft mehr Reichweite.